Dr. Björn Eberleh, Akasol

20. November 2014 Publiziert in Menschen im Fokus

1. Welchen Fokus/Schwerpunkt haben Sie im Bereich chemische Energiespeicher?

AKASOL entwickelt und produziert High-Performance Batterien. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Leistungs- und Energiedichte, Langlebigkeit und Robustheit. Basis ist derzeit überwiegend die Lithium-Ionen Technik. Unsere Kunden werden umfassend von der Auslegung der Batterie über Unterstützungsleistungen im gesamten Bereich elektrischer Antriebsstrang bis hin zur Inbetriebnahme und dem Feldsupport betreut.

2. Welche Lösung(en) bietet Ihre Organisation in diesem Bereich an bzw. welche sucht sie?

Produktlösungen sind derzeit im mobilen und im stationären Segment verfügbar. Am weitesten verbreitet sind mobile Speicher ab 15 kWh bis hin zu 200 kWh und stationäre Speicher ab 5,5 kWh. Im mobilen Segment gibt es aktuell Neurungen für extreme Hochleistungsanforderungen. Hierbei wird die Leistungsdichte auf fast 3000 W/kg erhöht. Im stationären Bereich werden mehr und mehr größere Speicher mit Energieinhalten über 100 kWh bis hin zu 5 MWh projektiert.

3. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für chemische Energiespeicher in den nächsten 5 Jahren?

Qualität steigern, Kosten senken, Recycling von Lithium-Ionen Batterien im Großindustriellen Maßstab etablieren.

4. Was macht Deutschland im Bereich chemische Energiespeicher richtig?

Aufbau von exzellenter Systemkompetenz, Schaffung einer Basis an Nachwuchsfachkräften durch verstärkte Aktivitäten im Lehr- und Ausbildungsbetrieb. Ebenso sind sehr gute materialchemische Kompetenzen vorhanden.

5. Was könnte man besser machen?

Markteinführungsprogramme um das „Henne-Ei Problem" Kosten / Verfügbarkeit zu entspannen. Die Königsdisziplin wäre, langfristig auch wieder Zellhersteller zu etablieren. Hierfür sehe ich zwei Optionen, die im günstigsten Fall zusammentreffen: Extrem hohe langfristige Investitionsbereitschaft um auf bestehender Technologiebasis aufzuschließen oder die Entwicklung von revolutionär neuen Technologien, so dass der Kompetenzvorsprung im Ausland deutlich an Gewicht verliert da Prozesse neu erarbeitet werden müssen. Beides erscheint aus derzeitiger Sicht in Deutschland aber eher unwahrscheinlich.

6. Der Batteriestammtisch ....

Bietet ein sehr gutes Forum zum vielfältigen Erfahrungsaustausch in einer angenehmen Atmosphäre.

 

Dr. Björn Eberleh
November 2014

Mehr in dieser Kategorie: « Simon C. Müller, TU München